Damit der Kran sicher steht

Wer an windigen Tagen einem Kran bei der Arbeit zuschaut, dem kann schon mal mulmig werden. Wie soll man sicher sein, dass der dünne Riese mit dem langen Arm seinen schweren Lasten und dem Wetter standhält? Großen Anteil daran haben recht unspektakulär wirkende Bauteile: die Schrauben. Doch hinter ihrer Verlässlichkeit stehen die ausgeklügelten Prüfsysteme des Messtechnikexperten Kistler.

Das Prinzip „Schraube“ gibt es seit der römischen Antike, erfolgreich wurde es allerdings viel später mit der Industrialisierung. Auch wenn es viele andere Möglichkeiten gibt, Dinge zusammenzuhalten, hat die Schraube einen entscheidenden Vorteil gegenüber Klebstoff oder Nieten: Schrauben lassen sich lösen, ohne das Objekt zu beschädigen. Beim Auto etwa ist das vor allem dann relevant, wenn ein Teil ausgetauscht werden muss. Regale und Möbel lassen sich gleichfalls problemlos von der einen in die andere Wohnung umziehen und Kräne zwischen Einsätzen auf- und abbauen.

Was die Schraubverbindung tatsächlich zusammenhält, ist die Reibung des Schraubenkopfes und des Gewindes, technisch als Reibwert bezeichnet. Wie fest eine Schraube jeweils angezogen sein muss, variiert je nach Schraubengröße und Einsatz. Wer seine Autoreifen selbst wechselt, erlebt, wieviel Kraft man dazu braucht: Bei einer Radschraube am PKW entspricht dies 100 bis 110 Newtonmeter. Für die entsprechend riesigen Schrauben eines Kranes muss man teils mit der fünfzigfachen Kraft arbeiten. Das schaffen nur Spezialwerkzeuge.

Drum prüfe, was sich fest verbindet

Die ersten internationalen Standards für Schraubverbindungen führten die Alliierten im Zweiten Weltkrieg ein. Inzwischen gibt es allerhand Normen, die dafür sorgen, dass jede Schraube zuverlässig ihren Dienst tut. Die Qualitätsvorgaben beziehen sich sowohl auf die Schraube selbst als auch auf Werkzeuge wie Schraubendreher, Kreuzschraubenschlüssel oder Spezialwerkzeuge, und die Kraft, mit der die Schraube angezogen wird.

Wie eng der Rahmen für Abweichungen vom Ideal ist, hängt davon ab, wie sicherheitsrelevant die einzelne Schraubverbindung ist – und was schlimmstenfalls passiert, wenn sie versagt. Löst sich eine Schraube vom Fahrradschutzblech, klappert es. Das stört zwar, ist aber nicht weiter tragisch. Versagen hingegen die Schrauben, die den Schwenkarm des Krans halten, besteht Gefahr für Leib und Leben. Damit dieser Fall gar nicht erst eintritt, gibt es die Prüfsysteme des Sensorikexperten Kistler. Mit ihnen prüft zunächst der Schraubenhersteller, ob die Schrauben den jeweiligen Qualitätsnormen entsprechen. Das betrifft die exakte Größe einschließlich Kopf und Gewinde genauso wie die Schraubenoberfläche, die unter Umständen besonders beschichtet sein muss. Die perfekte Schraube allein führt jedoch nicht automatisch zum Erfolg. Auch Schraubwerkzeuge unterliegen regelmäßigen Prüfungen. Bei der Fertigung des Krans testet der Monteur sogar täglich an einem mobilen Prüfstand, ob das Werkzeug zuverlässig das benötigte Drehmoment aufbringt. Und oftmals vollzieht sich der Schraubvorgang selbst auch nicht ungeprüft: Bei sehr sicherheitskritischen Schrauben überwacht ein Sensor zwischen Werkzeug und Schraube, dass während der Verschraubung auch wirklich nichts schief geht. Je wichtiger es für die allgemeine Sicherheit ist, dass die Schraube hält, desto ausführlicher ist also der Prüfvorgang. Und so können wir uns voll und ganz darauf verlassen, dass der Kran sicher steht.

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