Kraftmessplatten – eine spanische Fußklinik vertraut auf Kistler Technologie


Am Estudio de la Pisada in Valencia werden Füße großgeschrieben: Mit Hilfe fortgeschrittener Technologien – darunter eine piezoelektrische Kraftmessplatte von Kistler zur Erfassung von Momenten und Bodenreaktionskräften – analysieren Podologen Krankheitsbilder, entwickeln Therapien und beraten Sportler in Sachen Leistungsdiagnostik.

Wir benutzen sie ein ganzes Leben lang, und doch wird ihnen selten besondere Aufmerksamkeit zuteil – unseren beiden Füßen. Am Estudio de la Pisada in Valencia ist das anders: Seit mehr als 30 Jahren widmet man sich hier intensiv der Podologie und Fußorthopädie. Die beiden Spezialisten José Manuel Bru Lazaro, Experte für Bewegungsanalyse und klinische Biomechanik, und José Manuel Bru Juanes, Podologe und Fußchirurg, behandeln gemeinsam mit ihrem Team Patienten mit sehr unterschiedlichen Arten von Beschwerden: zum Beispiel Metatarsalgie (Mittelfußschmerzen), Senk- und Spreizfuß oder Plantarfasziitis (Fußsohlenentzündung). Darüber hinaus werden jedoch – unter anderem mit einer Kraftmessplatte von Kistler – auch Pathologien analysiert, die nicht nur von den Füßen herrühren: etwa eine Achillessehnenentzündung, das Schienbeinkantensyndrom und weitere Überlastungsreaktionen wie TFL (Tensor Fasciae Latae), wie sie häufig bei Sportlern auftreten.

Um die Ursachen solcher Beschwerden zu finden und wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln – meist durch Physiotherapie in Kombination mit Einlagen, in schwereren Fällen per Operation – setzen die beiden Experten eine Vielzahl hochentwickelter Technologien sowie verschiedene Diagnostik- und Datenerfassungssysteme ein. Auch die Fertigung individueller Einlagen und Orthosen mithilfe hochmoderner Lasertechnologien findet komplett im Estudio de la Pisada statt. Genaue Datenerfassung erleichtert Diagnosen

Das Labor für Bewegungsanalyse am Estudio de la Pisada in Valencia verfügt über eine 3D-Kraftmessplatte von Kistler.
Labor für Bewegungsanalyse am Estudio de la Pisada in Valencia: in der Mitte die Laufstrecke mit integrierter 3D-Kraftmessplatte von Kistler (unter dem Piktogramm).

Genaue Datenerfassung erleichtert Diagnosen

Als besonders effizient bei der Analyse komplexer Bewegungsabläufe – insbesondere solcher, die über Fußbeschwerden im engeren Sinne hinausgehen – hat sich dabei eine 3D-Kraftmessplatte von Kistler erwiesen.

„Da wir einen hohen Anspruch an unsere Arbeit haben und für eine Diagnose so viele Informationen wie möglich sammeln wollen, haben wir uns für ein System von Kistler entschieden, das als Goldstandard auf dem Markt gilt.“

José Manuel Bru Lazaro, Experte für Bewegungsanalyse und klinische Biomechanik

Mithilfe der Kraftmessplatte lässt sich eine Vielzahl von Tests und Evaluationen durchführen, um kinetische und kinematische Daten eines Patienten zu erheben. „Wir setzen die Kraftmessplatte meist zusammen mit einem optischen Erfassungssystem ein, wodurch sich hilfreiche Synergien ergeben. Wir können damit zum Beispiel resultierende Momente sowie die Stärke und Richtung von Kräften berechnen, die Muskelgruppen aufwenden müssen, um bestimmte Momente auszubalancieren“, so Bru Lazaro weiter.

Die in den Kraftmessplatten verbaute piezoelektrische Technologie erlaubt eine sehr genaue Erfassung dynamischer Vorgänge sowie – in Kombination mit leistungsfähiger Software zur Visualisierung und Datenaufbereitung – eine genaue Kenntnis der beteiligten Messgrößen und Parameter. So können zum Beispiel im Rahmen der Leistungsdiagnostik in der Rehabilitation nicht nur Momente und Bodenreaktionskräfte gemessen, sondern auch die Gesamtleistung berechnet werden. „Diese Daten sind sehr hilfreich für uns, um Kennwerte wie Effizienz, Erholung und Energieverbrauch beim Laufen zu bestimmen“, betont Bru Lazaro.

Entscheidend sind die per 3D-Kraftmessplatte gewonnenen Ergebnisse auch beim Thema Orthosen. Diese meist aus Silikon gefertigten Einlagen sorgen für Druckentlastung, korrigieren Fehlstellungen und mobilisieren Gelenke. Ein objektiver wissenschaftlicher Nachweis der Wirksamkeit von Orthosen gilt jedoch in der Podologie allgemein als schwierig, wie Bru Juanes, Fußspezialist und -chirurg, erklärt: „Es ist eine große Herausforderung, hier zu belastbaren Ergebnissen zu kommen, denn es gibt keine zwei identischen Füße und keine identischen Schrittmuster. Mit dem System von Kistler können wir jedoch die Veränderungen bei jedem einzelnen Patienten genau messen und nachvollziehen.“

Schmerzen lindern, Operationen vermeiden

Wie das praktisch geht, zeigt der folgende Anwendungsfall: Ein Patient kam mit beiderseitigen Kniebeschwerden in die Fußklinik in Valencia. Er klagte besonders über Schmerzen im mittleren Bereich, die so stark waren, dass er bereits eine Operation in Betracht gezogen hatte. Während der Voruntersuchung zeigten sich multiple Ungleichgewichte und Verspannungen in verschiedenen Muskelgruppen. Der Patient besaß außerdem einen sehr steifen Hohlfuß mit nach einwärts verdrehtem Vorderfuß; hinzu kamen Spannungen im Schienbein und Instabilitäten in beiden Knien.

Unser Ziel war es zunächst, die aufgewendeten Muskelkräfte zu lokalisieren. Dazu setzten wir unsere Kistler Kraftmessplatte wie gewohnt in Kombination mit Motion Capture ein“, berichtet Bru Juanes. „Dann instrumentierten wir den Patienten mit 22 Markern, um eventuelle kinetische und kinematische Kompensationen aufzuspüren.“ Mit Hilfe der gewonnenen Daten gelang es den Spezialisten des Estudio de la Pisada, Orthosen anzufertigen, um die Adduktionskräfte im Knie – und damit die Schmerzen – zu reduzieren. Des Weiteren wurde nach einer Analyse der Bewegungsmuster ein Rehabilitationsplan erarbeitet, um dem Patienten mittels Physiotherapie zu weniger Beschwerden und höherer Lebensqualität auch ohne Operation zu verhelfen.

Bru Juanes resümiert: „Solche Erfolge sind nur möglich mit Hilfe geeigneter und genauer Diagnoseinstrumente. Die Kraftmessplattform von Kistler bewährt sich in unserer Fußklinik im regelmäßigen Einsatz – nicht nur bei Behandlungen im engeren Sinne, sondern auch für Analysen zur Verbesserung der sportlichen Leistung sowie zur Vorbeugung von Verletzungen. Darüber hinaus lässt sich mit bestimmten Übungen sogar eine detaillierte Evaluation von Muskeln vornehmen, etwa zur Zusammensetzung der Fasern, Elastizität und Ermüdung, myotatischem Reflex und weiteren Eigenschaften.“