STRUCTURAL HEALTH MONITORING (SHM)
Misst kontinuierlich und automatisch strukturelle Reaktionen: Schwingungen, Dehnung, Verschiebung, Neigung und Temperatur. Erkennt Veränderungen im strukturellen Verhalten im Laufe der Zeit.

Brückenüberwachung (auch: Brückenmonitoring) ist die kontinuierliche, automatisierte Messung des Bauwerkszustands einer Brücke sowie der Verkehrslasten. Direkt am Bauwerk und in seiner Umgebung angebrachte Sensoren erfassen Bauwerksreaktionen und Umgebungsbedingungen in Echtzeit, 24 Stunden am Tag – und liefern Brückeneigentümern und -betreibern die Daten, die sie für die Sicherheit und die Instandhaltungsplanung benötigen.
Brückenmonitoring ergänzt die visuelle Inspektion durch Fachleute, ersetzt sie jedoch nicht. Während Inspektionen ein periodisches, qualitatives Bild liefern, ermöglicht das Monitoring durch kontinuierliche, quantitative Daten die Erkennung gradueller Veränderungen und sich abzeichnender Schäden zwischen den Inspektionszyklen.
Viele Brücken wurden vor Jahrzehnten unter Verkehrsannahmen entworfen und gebaut, die nicht mehr der Realität entsprechen. Das Verkehrsaufkommen hat erheblich zugenommen, und die Belastungen durch schwere Fahrzeuge sind gestiegen. Alternde Bauwerke sind größeren Belastungen ausgesetzt als ursprünglich vorgesehen, doch ihr innerer Zustand ist von außen nicht sichtbar – strukturelles Versagen kann plötzlich auftreten.
Die Überwachung liefert die objektiven, kontinuierlichen Nachweise, die Brückenbetreiber benötigen, um das tatsächliche Strukturverhalten zu verstehen, Instandhaltungsmaßnahmen zu priorisieren und einzugreifen, bevor ein kleines Problem kritisch wird.
Die moderne Brückenüberwachung kombiniert zwei sich ergänzende Systeme. Jedes befasst sich mit einem anderen Teil des Problems: Das eine misst, wie die Brücke reagiert, das andere misst, was diese Reaktionen verursacht. Wenn SHM- und WIM-Daten synchronisiert werden, können Ingenieure eine strukturelle Reaktion direkt mit der Fahrzeuglast verknüpfen, die sie verursacht hat, wodurch Kapazitätsbewertungen und Ermüdungsanalysen weitaus genauer werden als bei rein normbasierten Annahmen.

Misst kontinuierlich und automatisch strukturelle Reaktionen: Schwingungen, Dehnung, Verschiebung, Neigung und Temperatur. Erkennt Veränderungen im strukturellen Verhalten im Laufe der Zeit.

Misst die Verkehrslasten wie Achslasten, zulässiges Gesamtgewicht, Geschwindigkeit und Fahrzeugklasse bei freifließenden Verkehr, ohne dass Fahrzeuge anhalten müssen.
Brückenschutz geht einen Schritt weiter: Ein vor der Brücke installiertes Weigh-in-Motion-System erkennt überladene Fahrzeuge bei freiem Verkehrsfluss und löst noch vor der Brücke automatisch Maßnahmen zur Gebührenerhebung oder Umleitung aus – und stoppt so die schädlichsten Lasten direkt an der Quelle. Brückenüberwachung und Brückenschutz sind zwei Seiten derselben Medaille: Das eine misst, das andere verhindert.
Sensoren erfassen sowohl die strukturellen Reaktionen der Brücke als auch die äußeren Bedingungen, die diese beeinflussen. Um ein ganzheitliches Bild des Brückenzustands zu erhalten, werden diese verschiedenen Datensätze in der Regel miteinander korreliert. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über typische Parameter, die in der Brückenüberwachung gemessen werden. Je nach Brückentyp, Standort und spezifischen Anforderungen können auch zusätzliche, spezialisierte Parameter einbezogen werden.
| Strukturelle Parameter | Verkehrsparameter | Umgebungsparameter |
|---|---|---|
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Strecken mit häufigem Auftreten überladener Fahrzeuge, rauen Umgebungsbedingungen oder erhöhtem Ermüdungsrisiko.