Die Kistler Gruppe ist nominiert für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis


Winterthur, August 2023 - Wie steht es um die ökologische Transformation bei der Kistler Gruppe? Nach dem Erscheinen des ersten Nachhaltigkeitsberichts des Unternehmens im Jahr 2022 erfolgte nun eine erste Nominierung von offizieller Seite. Eine Bestätigung für das bisherige Vorgehen und weiterer Ansporn für die Zukunft, wie Franziska Kunz, Managerin Sustainability & CSR bei Kistler, im Gespräch betont.

Nachhaltigkeits-Projekt bei Kistler in Straubenhardt: Hier wurde Anfang 2023 eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen.
Auf dem Dach des Kistler Firmengebäudes in Straubenhardt wurde Anfang 2023 zur Erreichung von mehr Nachhaltigkeit bei der Energieversorgung eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Seitdem wurden über 35.000 kWh Strom produziert. Prognostiziert ist ein durchschnittlicher Jahresertrag von 60.000 kWh.

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur Nominierung! Welche Nachhaltigkeitsziele verfolgt Kistler im Einzelnen und was wurde bisher erreicht?

Vielen Dank, wir freuen uns sehr über die Berücksichtigung zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis – man kann sich dort nicht selbst bewerben, sondern muss vorgeschlagen werden. Unser Hauptziel lautet nach wie vor, an den sechs Produktionsstandorten in Deutschland bis 2025 CO2-neutral zu sein – zunächst in Scope 1 und 2 des Greenhouse Gas Protocols – sowie darüber hinaus bis 2030 die Klimaneutralität der gesamten Kistler Gruppe zu erreichen. Wenn wir uns die Bilanz für 2022 anschauen, so ist der carbon footprint, gemessen am Umsatz und pro Mitarbeitendem, bereits deutlich kleiner geworden.

Auf der anderen Seite tragen unsere Produkte kontinuierlich dazu bei, bei den Kunden Ressourcen einzusparen und den CO2-Ausstoß zu senken. Das gilt zum Beispiel für die elektromechanischen Fügesysteme, die gegenüber anderen Technologien höchst energieeffizient sind, wie eine neue Studie gerade eindrucksvoll gezeigt hat. Es gilt aber auch für die Zylinderdrucksensoren in großen Schiffen, die den Betrieb der Motoren optimieren und so den Kraftstoffverbrauch senken. Viele unserer Lösungen tragen in unterschiedlichen Industriezweigen, besonders in der Serienfertigung, zu mehr Digitalisierung und Ressourceneffizienz bei. Das sind viele kleine Schritte, die wichtig sind und die sich addieren.

Wie wollt ihr die Trendwende beim Treibhausgas auch absolut schaffen?

Viele Maßnahmen und Initiativen wurden bereits angestoßen, es dauert jedoch seine Zeit, bis sie Wirkung zeigen. Wir sind also auf einem guten Weg. Nach den sechs großen Produktionsstandorten werden ab 2024 auch die restlichen Standorte in Deutschland sowie außerdem die Länderorganisationen in China, Japan, der Schweiz, der Slowakei und den USA auf Grünstrom umgestellt – ein weiterer großer Schritt in Richtung CO2-Neutralität. Neben der Energieversorgung ist die Mobilität der zweite große Faktor. Der Ausbau von Ladesäulen und die Umstellung der Dienstwagenflotte auf E-Fahrzeuge kommen voran, so dass wir auch hier grüner werden. Außerdem haben wir eine neue App für die Buchung der Poolfahrzeuge eingeführt, die das Nutzungsverhalten optimiert.

Damit sind wir im Bereich Infrastruktur. Welche weiteren Projekte habt ihr umgesetzt, angestoßen oder geplant?

Am Standort Straubenhardt wurde kürzlich eine neue Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen, weitere Standorte für Investitionen in PV sind in Prüfung. Unser IT-Standort in Bratislava ist im Juni 2023 in das grünste Gebäude der Slowakei umgezogen, das mit LEED-Platinum die höchste Einstufung bezüglich Nachhaltigkeit besitzt. Auch im Bereich Software-Infrastruktur und Digitalisierung passiert einiges: So haben wir kürzlich ein neues Reisemanagement für die Länder Deutschland, Schweiz und Slowakei eingeführt, bei dem automatisch alle gebuchten Dienstreisen CO2-kompensiert werden. Generell ist es wichtig, nicht nur in Infrastrukturen zu denken, sondern auch die Mitarbeitenden zu aktivieren und mitzunehmen.

Was unternimmt Kistler in dieser Richtung und welche Impulse kommen von den Kollegen und Kolleginnen?

Nachhaltigkeit ist zunächst einmal ein wichtiger Teil des Leadership-Programms der Kistler Gruppe. Wir schulen Führungskräfte und Mitarbeitende regelmäßig und haben mit der Cut-the-Carbon-Challenge ein besonderes Instrument, um Ideen zu generieren und insbesondere standortbezogen erfolgreich umzusetzen. Hier wurden viele gute und konkrete Vorschläge eingereicht, wie man Energie sparen, Abfall vermeiden oder die Ressourceneffizienz allgemein verbessern kann. Gewonnen hat unter anderen ein Projekt zur Digitalisierung im Rechnungswesen: Anstelle des jetzigen noch recht analogen Vorgehens sieht es einen komplett papierlosen Prozess vor – der Roll-out wird voraussichtlich noch 2023 stattfinden.

Was sind die nächsten Schritte und welche konkreten Maßnahmen sind bereits geplant?

Wir sind jetzt dabei, uns die Emissionen in Scope 3 verstärkt anzuschauen – d.h. alles, was indirekt entlang der Wertschöpfungskette entsteht. Das überschneidet sich teilweise mit dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), an dessen Umsetzung wir ebenfalls intensiv arbeiten. Außerdem treiben wir den Ausbau von ISO-Zertifizierungen, allen voran natürlich Umwelt- und Energiemanagement, für unsere Standorte weltweit voran. Und nicht zuletzt analysieren wir auch die Produktionsprozesse bei Kistler – Stichwort cradle to cradle –, um sie perspektivisch in Richtung Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft weiterzuentwickeln.

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