1.500 Lineas Sensoren für Ungarns Weigh In Motion Netzwerk


2016 hat die ungarische Regierung ein automatisches, rechtsgültiges Messsystem eingeführt, mit dem sie landesweit überladene Fahrzeuge erkennen und eine direkte Gewichtskontrolle durchführen kann. Die Kistler Gruppe lieferte dafür 1.518 Lineas Sensoren, die die Fahrzeugbeladung auch bei hohen Geschwindigkeiten messen (Weigh In Motion). Lieferung, Installation und Kalibrierung wurden innerhalb von nur einem Jahr abgeschlossen. 

Während die Straßennutzung weltweit zunimmt, sehen sich Regierungen, Straßenbesitzer und -betreiber vor der Herausforderung, den Verkehr zu überwachen und ihre Straßen instandzuhalten. Dies ist eine schwierige und arbeitsintensive Aufgabe, vor allem da schwere Lastkraftwagen oftmals überladen sind und Straßen damit enorm beschädigen. Aus diesem Grund setzen Behörden und Betreiber weltweit zunehmend auf automatisierte Lösungen. Die Weigh In Motion(WIM)-Technologie ist die bevorzugte Möglichkeit, Verkehrsüberwachungen, Gewichtskontrollen und eine Bemautung nach Gewicht durchzuführen. Sie ist der Schlüssel zu einer nachhaltig bewirtschafteten und gut geschützten Straßeninfrastruktur. 

Mit dem Weigh In Motion-System KiTraffic Basic lässt sich eine direkte Gewichtskontrolle von Fahrzeugen effizient umsetzen.

Das WIM-System hilft mit einer zertifizierten Genauigkeit in Echtzeit bei der Erkennung und der Identifikation überladener Fahrzeuge.

Größtes Projekt dieser Art in Europa 

Das ungarische Ministerium für Nationale Entwicklung entschied sich 2014 dazu, ein landesweites Weigh In Motion System auf der Grundlage der bestehenden Mautstationen in Auftrag zu geben. Die zweijährige Vorbereitungsphase beinhaltete die Erstellung der Rechtsgrundlage, die Ausschreibung für die Technologieanbieter und das gesamte Software- und Back-Office-Konzept. Die Implementierung begann 2016 mit einem Pilotprojekt an fünf Standorten. 

Seit 2018 ist das Weigh In Motion System nun voll funktionsfähig, mit 89 Standorten in ganz Ungarn – das mit Abstand größte Projekt dieser Art in ganz Europa in jüngster Zeit. Neben den WIM-Sensoren von Kistler besteht das System aus Schleifendetektoren, der Nummernschilderkennung, Laserscannern zur Fahrzeugkategorisierung, signalverarbeitenden Endgeräten und verwandten zentralen Informationssystemen. Um die Anpassung für Straßennutzer zu erleichtern, gab es vor der direkten Gewichtskontrolle eine Umstellungsphase, bei der Verkehrssünder durch die Behörden nur verwarnt wurden, ohne dass Strafen verhängt wurden. 

Genaue Erfassung von Achslasten bei hohen Geschwindigkeiten 

Kistler ist Markt- und Technologieführer für Weigh In Motion Anwendungen und weltweit bekannt für die Genauigkeit seiner Lineas WIM-Sensoren, die Fahrzeugladungen bei niedrigen bis hohen Geschwindigkeiten präzise messen. Dank der Beziehung mit dem ungarischen Unternehmen ARH, einem Weltmarktführer im Bereich der optischen Messtechnologien, das Teil des erfolgreichen Konsortiums war und die Kameras des WIM-Systems bereitstellte, wurde Kistler in das Projekt aufgenommen. 

„Selbstverständlich sind wir sehr stolz darauf, Teil eines solchen Projektes zu sein. In Anbetracht der Größe und Komplexität dieser Aufgabe gab es einige Herausforderungen, die bewältigt werden mussten, aber der Kunde war sehr zufrieden, da alle Fristen eingehalten wurden.“

Tomas Pospisek, Sales Manager Road & Traffic bei Kistler EMEA

Im Einzelnen wurden zwei verschiedene Arten von Weigh In Motion Standorten realisiert: Von insgesamt 89 wurden 62 für die direkte Durchsetzung gebaut, während 27 entwickelt wurden, um überladene Fahrzeuge vorab auszuwählen, die später durch Polizeipersonal persönlich kontrolliert werden. Bei der direkten Durchsetzung musste die Messfehlerrate unter 5 Prozent liegen. Hierfür wurden sechs Lineas Sensoren des Typs 9195GC in jede Spur integriert, um einzelne Achslasten und das Bruttogewicht bei Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h zu messen. Bei den Standorten zur Vorauswahl wurden vier Sensoren eingesetzt, was eine maximale Abweichung von 10 Prozent garantiert. „Die Sensoren wurden mittels einer speziellen Verfugungsmasse und eines unkomplizierten Verfahrens einfach und sicher in den Straßen installiert“, erklärt Pospisek. Bei 89 Standorten, von denen die meisten mehrspurig sind, war die Installation bei mehr als 200 Spuren eine echte Herausforderung, doch die Arbeit verlief erfolgreich. „Es gab fünf Teams, die parallel arbeiteten, um dieses Projekt pünktlich abzuschließen“, so Pospisek.

Ausgezeichnete Leistung bei Herstellung, Anlieferung und Kalibrierung 

Nachdem die Installation abgeschlossen wurde, begann die Kalibrierung. „Unsere WIM-Sensoren sind sehr robust und liefern über Jahrzehnte verlässliche Messungen von konstanter Genauigkeit. Aber sie müssen vorher natürlich kalibriert werden“, betont Pospisek. Die Kalibrierung folgte dabei lokalen Anforderungen: Drei verschiedene Fahrzeuge mit jeweils drei verschiedenen Geschwindigkeiten passierten jede der über 200 Spuren mindestens 45 Mal, um die benötigte Genauigkeit zu erzielen und die Validierung und Bescheinigung der Messbehörde Ungarns zu erlangen.

„Sie können sich kaum vorstellen, was dies hinsichtlich der Logistik bedeutet. Man kann nicht einfach auf der Autobahn umdrehen, sondern muss große Umwege fahren und den Ausfahrten folgen. Um alle 89 Stationen abzudecken, sind tausende Kilometer Fahrt quer durch Ungarn nötig. Aber letzten Endes wurde diese Aufgabe erfolgreich erfüllt“, sagt Pospisek stolz. „Ich möchte auch die große Leistung hervorheben, die wir als Anbieter erreicht haben, indem wir die Liefererwartung von mehr als 1.500 Sensoren innerhalb von ein paar Monaten erfüllen konnten“, fügt er hinzu. 

Was sind die Hauptvorteile des neuen Weigh In Motion Systems für Ungarn? Während der ersten Betriebsmonate im Jahr 2018 hat sich die Effizienz bei der Kontrolle überladener Fahrzeuge bereits erhöht. Die Folge: Es gab in Summe weniger Übertretungen und die freiwillige Bereitschaft, die Vorschriften einzuhalten, hat zugenommen. Da Überlasten von bis zu 50 Prozent und mehr in der Vergangenheit nicht ungewöhnlich waren, wird dies nicht nur zu einer geringeren Abnutzung von Ungarns Straßen führen, sondern ebenfalls zu weniger Unfällen, die durch überladene Fahrzeuge verursacht werden.

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