Wie Messtechnik die Fahrzeugentwicklung weltweit vorantreibt


Mit hochgenauen und robusten Sensoren, passgenauen Systemen sowie Software und Komplettlösungen unterstützen die Messtechnikspezialisten von Kistler innovative Fahrzeugentwickler auf der ganzen Welt – von Nachwuchs-Rennteams, die mit Strom oder Wasserstoff fahren bis zum globalen Autobauer, der seine Prozesse und Datennutzung optimieren will.

Erfolgreiche Fahrzeugentwicklung braucht die richtigen Messdaten. Um zu wissen, wie sich ein Fahrzeug im Einsatz verhält, führen Ingenieure und Entwickler eine Vielzahl spezieller Tests durch, um das Verhalten von Reifen, Lenkung, Motor oder Fahrerassistenzsystemen zu analysieren und zu optimieren. Dabei geht es um Messgrößen wie Drehmoment, Geschwindigkeit, Beschleunigung, Radlasten, dynamischer Sturzwinkel und viele weitere, die präzise und im Zeitverlauf erfasst werden müssen, um Rückschlüsse auf das Fahrzeugverhalten ziehen zu können. Messlösungen vom Sensor bis zur Software helfen Rennteams, Fahrern und Entwicklern bei der Optimierung ihrer Fahrzeuge – auf der Teststrecke ebenso wie am Prüfstand.

 Der Rennwagen Forze IX von Forze Hydrogen Racing wird mit Drucksensoren und Messtechnik von Kistler entwickelt.
Der von zwei Brennstoffzellen angetriebene Rennwagen „Forze IX“ von Forze Hydrogen Racing wird mit Drucksensoren und Messtechnik für die Fahrdynamik von Kistler entwickelt.


Ohne gute Messtechnik keine Innovation

Dank jahrzehntelanger Erfahrung liefert die Kistler Gruppe passgenaue Messtechnik für eine Vielzahl von Entwicklungsaufgaben. Kistler ist Partner von Universitäten, Motorsport-Teams und OEMs der Automobilbranche, um Trends wie alternative Antriebe, neue Fahrzeugdesigns und nicht zuletzt das autonome Fahren zu unterstützen. Dabei ist der Motorsport nicht selten Vorreiter in Sachen Entwicklung: So nutzt das Team Forze Hydrogen Racing der TU Delft (Niederlande) Drucksensoren und weitere Systeme von Kistler, um ihren wasserstoffgetriebenen Boliden „Forze IX“ zu Höchstleistungen anzutreiben. Auch die vollelektrischen Rennwagen der Hochschule Augsburg und des GreenTeam der Uni Stuttgart (Beschleunigungsweltrekord und Weltmeistertitel 2022) setzen in der Formula Student Bestmarken, die mit Hilfe von Correvit Sensoren von Kistler erzielt und gemessen werden.

Nicht nur am Rad drehen, sondern auch messen

Im März 2023 stellte Kistler auf der Tire Technology Expo in Hannover das neue Messrad RoaDyn Racing vor. Der kabellose Radkraftsensor wird direkt auf die Felge montiert und misst während der Fahrt sämtliche Kräfte und Momente, die auf das Rad und insbesondere die Reifen wirken. So können Reifenhersteller und Rennsportteams die Performance der Reifen präzise analysieren und im Hinblick auf Strecke, Fahrdynamik, Wetter und weitere Einflussfaktoren optimieren. Dabei geht es nicht nur um Traktion, sondern auch Verschleiß. Während im Motorsport meist die kurzzeitige Performance im Vordergrund steht – Minuten für die beste Runde oder Stunden für den Sieg im Rennen –, spielen für Serienfahrzeuge Langlebigkeit und Zuverlässigkeit über Jahre eine größere Rolle. Auch in der sogenannten Betriebsfestigkeit setzen RoaDyn Messräder von Kistler seit Jahrzehnten Maßstäbe, sowohl bei Testfahrten auf der Straße – zum Beispiel für innovative Kleinstwagen in Japan – als auch bei Testzyklen am Prüfstand.

Big Data: Überblick behalten und effizient entwickeln

Bei den für die Betriebsfestigkeit nötigen Langzeittests fallen naturgemäß große Mengen an Daten an. Eine neue Software von Kistler schafft den Durchblick: jBEAM Durability ist eine anwendungsspezifische Edition der erfolgreichen Analyse- und Visualisierungsplattform jBEAM. jBEAM Durability wurde in Zusammenarbeit mit einem führenden OEM der Automobilbranche entwickelt und bietet dem Entwicklungsingenieur die nötige Flexibilität, Schnelligkeit und Effizienz, um das Beste aus seinen Messdaten herauszuholen. Für eine erfolgreiche Validierung von Fahrzeugkomponenten und -systemen – eine Testversion kann über sales-software@kistler.com bezogen werden.

Fahrzeugsicherheit: alles aus einer Hand

Seit in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts die ersten brauchbaren Crash-Test-Dummys entwickelt wurden, hat sich viel getan: Dank besserer Fahrzeugsicherheitstechnik sinkt die Zahl der Verkehrstoten von Jahr zu Jahr. Mit seinen Crash-Wänden, In-Dummy-Sensoren, Airbag-Testsystemen und dem 2017 in Eigenregie entwickelten THOR-Dummy (Test device for Human Occupant Restraint) hat sich die Kistler Gruppe zum Komplettanbieter für passive Fahrzeugsicherheitstests entwickelt: Ganz gleich welche Art von Sicherheitstest (Pre-Crash, Crash oder Post-Crash) nach welchem Protokoll (NHTSA, Euro NCAP etc.) durchgeführt werden soll, Kister bietet die geeignete Lösung: verschiedene Aufbauten für Aufpralltests (frontal, seitlich, Pfahl), komplett instrumentierte Dummys je nach zu vermessenden Körperteilen oder Spezialsysteme für Tests von Airbags und Fahrerassistenzsystemen (z.B. Lenk- oder Pedalroboter).