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OT-Bestimmung

Indizierkennwerte wie z. B. der maximale Brennraumdruck und dessen Kurbelwinkellage, der Schwerpunkt der Verbrennung, sowie insbesondere der indizierte Mitteldruck stellen wesentliche Hilfsmittel in der modernen Motorapplikation dar. Die meisten dieser Kennwerte – und auch Berechnungsmethoden wie die Heiz- und Brennverlaufsrechnung – zeigen eine starke Abhängigkeit des Ergebnisses von der korrekten Zuordnung des Brennraumdruckverlaufs zum Kurbelwinkel des Verbrennungsmotors. Schon kleinste Fehler in der Zuordnung können untragbare Fehler verursachen.

Ergänzend hierzu wird einmal pro Umdrehung ein Triggersignal zur Zuordnung der Winkelsignale zum oberen Totpunkt des Kolbens ausgegeben. Die Ausgabe des Triggersignals erfolgt aber nicht zum tatsächlichen Zeitpunkt des oberen Kolben-Totpunkts, sondern zu einem Relativwinkel zum oberen Totpunkt, der sich willkürlich bei der Montage einstellt.

Erst die Kenntnis dieses Differenzwinkels ermöglicht die saubere Zuordnung der Drucksignale zum Kurbelwinkel. Die zwei wesentlichen Methoden zur Definition der OT-Verschiebung sind die Ermittlung mit einem kapazitiven OT-Geber und die Bestimmung aus dem geschleppten Druckverlauf.

Thermodynamischer Verlustwinkel

Bei der Ermittlung aus dem Signalspannungsverlauf eines kapazitiven OT-Sensors (z. B. Kistler Typ 2629B) kann die Differenz zwischen dem ermittelten Winkel und dem Winkel des Triggersignals direkt zur OT-richtigen Verschiebung der Messdaten eingesetzt werden. Betrachtet man den Druckverlauf, ist der ermittelte Versatz um den thermodynamischen Verlustwinkel zu korrigieren. Bedingt durch Leckage und Wandwärmeverluste findet sich das Maximum des Druckverlaufs um den thermodynamischen Verlustwinkel verschoben vor OT.

Aufgrund der relativ einfachen Durchführbarkeit des Verfahrens eignet sich die OT-Verschiebungsbestimmung aus dem Druckverlauf auch für den Einsatz bei der onboard-Brennraumdruckanalyse im Fahrzeug. Auf eine aufwändige und nicht immer mögliche Applikation eines kapazitiven OT-Gebers kann hierdurch verzichtet werden.

Manuelles Entfernen brennender Arbeitsspiele

Auszuschließen bei der Bestimmung der OT-Verschiebung ist der Einbezug von brennenden Arbeitsspielen. In Abhängigkeit von der Verkehrssituation ist dies im Fahrzeug jedoch nicht immer möglich. Stellt man die gemessenen Zyklen in einem Graph überlagert dar, sind brennende Zyklen eindeutig als von der Kompressionskurve abweichende Verläufe erkennbar.

Symmetriekriterium um pmax
Durch Entfernen dieser Arbeitsspiele aus der Gruppe der gültigen Zyklen kann die Qualität und Sicherheit der OT-Verschiebungsbestimmung erhöht werden. Die im Bild dargestellten Druckverläufe stellen zwei typische Verläufe von brennenden Arbeitsspielen im unteren Lastbereich dar.
 
 
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