In der Serienproduktion dient der Werkzeuginnendruck zur kontinuierlichen Überwachung der Formteilqualität. Entspricht diese nicht (mehr) den geforderten Qualitätsmerkmalen, kann eine Ausschussweiche oder ein Handling automatisch die nicht konformen Teile aus dem Los aussortieren. Durch die Integration direkt in den Produktionsprozess geschieht dies zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Für jedes Formteil sind direkt nach dem Spritzgiesszyklus die wichtigsten Eigenschaften durch den Werkzeuginnendruckverlauf bekannt. Ausschussweichen oder Roboter können direkt angesteuert werden und die fehlerhaften Teile werden entnommen. Eine Senkung der Losausschussquote auf Null ist möglich. Die während der Produktion gemessenen Daten können anschliessend zur Qualitätsdokumentation verwendet werden.
Während der Produktion werden aus den gemessenen Werkzeuginnendruckverläufen für jeden Zyklus das Maximum und/oder das Integral sowie weitere Werte berechnet und auf Grenzwerte überwacht. Werden diese verletzt, wird ein Signal gesendet, mit denen entweder der gesamte Schuss oder ein Formteil aus dem Los entfernt wird. Die Grenzwerte für die Überwachung können zum Beispiel mittels statistischer Versuchsplanung bestimmt werden.
Aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen ist es in den meisten Fällen unumgänglich, jede Kavität mit einem Werkzeuginnendrucksensor auszustatten. Ein Rückschluss vom Druck in einer Kavität auf die Qualität in einer anderen Kavität ist nur in seltenen Fällen möglich. Die eingesetzten Systeme sind entweder vollständig in die Spritzgiessmaschine integriert oder sind autarke Peripheriesysteme. Im ersten Fall erfolgt die Darstellung und Auswertung der gemessenen Werkzeuginnendrücke auf der Spritzgiessmaschine; im zweiten Fall werden externe Systeme eingesetzt, die eigenständig arbeiten und Gut/Schlecht-Signale an die Spritzgiessmaschine oder das Handlinggerät senden.